Beim Anfahren nimmt der Elektromotor das 6-8-fache seiner Leistung auf, was einen enormen Druck auf das Stromversorgungssystem und die mechanischen Komponenten ausübt.
Und hier stellt sich eine Frage, die sich bei praktisch jedem Industrieprojekt stellt:
👉 Um wie viel kann ein Softstart den Anlaufstrom minimieren?
Schnelle Antwort
Ein Softstarter reduziert den Motoranlaufstrom normalerweise auf 2-4 mal der Nennstrom, im Vergleich zu 6-8 Mal mit direktem Start (DOL).
👉 Das entspricht einer Verringerung um etwa 30% bis 70%, in Abhängigkeit von den Lastbedingungen und den Parametereinstellungen.
Wie Softstarter den Einschaltstrom des Motors reduzieren
Ein Softstarter steuert mit Hilfe von Thyristoren (SCRs), wie die Spannung während des Starts an den Motor angelegt wird.
Statt sofort die volle Spannung anzulegen, wird die Spannung im Laufe der Zeit schrittweise erhöht.

Was dies in der Praxis bedeutet:
- Niedrigere Anfangsspannung → niedrigerer Anlaufstrom
- Sanfte Beschleunigung → weniger mechanische Stöße
- Kontrolliertes Drehmoment → stabileres Anfahren
Bei Asynchronmotoren während des Anlaufs:
- Der Anlaufstrom ist ungefähr proportional zur angelegten Spannung
- Das Anlaufmoment ist proportional zum Quadrat der Spannung
👉 Dies erklärt einen wichtigen Kompromiss:
Reduzierung der Spannung begrenzt effektiv den Strom, sondern auch reduziert das Drehmoment noch stärker.
Vergleich des Anlaufstroms (DOL vs. Softstarter vs. Stern-Dreieck)
| Startmethode | Typischer Anlaufstrom |
|---|---|
| Direkt-Online (DOL) | 600% - 800% |
| Stern-Delta | 200% - 400% |
| Sanftanlasser | 200% - 350% |
👉 Schlussfolgerung:
Ein Softstarter reduziert den Anlaufstrom um 30%-70% im Vergleich zu DOL ab, und gleichzeitig eine sanftere Beschleunigung.
Beispiel aus der Praxis
Ein Vergleich der Inbetriebnahme eines 75-kW-Motors in einem realen Projekt:
Eine niedrige Spannung kann das Anlaufen des Motors verhindern.
Warum es wichtig ist, mit der Stromreduzierung zu beginnen
Bei der Begrenzung des Anlaufstroms geht es nicht nur um Zahlen - sie wirkt sich direkt auf die Zuverlässigkeit des Systems aus.
Gemäß IEEE Std 3004.8 (Richtlinien für den Motorstart) ist die Kontrolle des Einschaltstroms für die Aufrechterhaltung der Spannungsstabilität und den Schutz der elektrischen Infrastruktur von wesentlicher Bedeutung.
Ein hoher Einschaltstrom kann die Ursache sein:
- Spannungseinbrüche, die andere Geräte beeinträchtigen
- Erhöhte Nachfragegebühren von Versorgungsunternehmen
- Mechanische Belastung von Wellen, Riemen und Kupplungen
- Überhitzung und verkürzte Lebensdauer des Motors
Was passiert beim Start von Direct-On-Line (DOL)?
Beim DOL-Start wird die volle Spannung sofort an den Motor angelegt.
Dies führt zu:
- Extrem hoher Einschaltstrom
- Plötzlicher Drehmomentstoß
- Mechanische Belastung und Vibration
- Wasserschlag in Pumpensystemen
👉 Trotz hoher Stromstärke wird das Drehmoment nicht effizient kontrolliert, was oft zu langfristigem Verschleiß führt.
Softstarter vs. VFD: Hauptunterschiede
| Merkmal | Sanftanlasser | VFD |
|---|---|---|
| Anlaufstromreduzierung | Mäßig | Sehr hoch |
| Geschwindigkeitskontrolle | Nein | Ja |
| Kosten | Unter | Höher |
👉 Wann man einen Softstarter wählen sollte:
Wenn Ihr Ziel ist den Anlaufstrom und die mechanische Belastung zu reduzieren, ohne dass die Geschwindigkeit kontrolliert werden muss.
Typische Anwendungen
Softstarter sind weit verbreitet in:
- Wasserpumpen und Wasseraufbereitungssysteme
- HVAC-Ventilatoren und -Kompressoren
- Fördersysteme
- Allgemeine Industriemaschinen
👉 Am besten geeignet für Lasten, die erfordern kein hohes Anlaufmoment

Nicht ideal für:
- Brecher
- Schwerlast-Förderer
- Systeme mit hohem Trägheitsmoment
Die wichtigsten Vorteile eines Softstarters
- Geringerer mechanischer Verschleiß und geringere Wartung
- Geringere Belastung von Transformatoren und Kabeln
- Verbesserte Spannungsstabilität
- Verlängerte Lebensdauer des Motors
- Geringere Spitzenlastgebühren
Profi-Tipp: Optimieren der Softstarter-Einstellungen
Die richtige Konfiguration macht einen großen Unterschied in der Leistung.
Empfohlene Ausgangsparameter:
- Anfangsspannung: 40% - 60%
- Rampenzeit: 5 - 15 Sekunden
- Aktuelle Grenze: 250% - 350%
👉 Die Feinabstimmung gewährleistet ein Gleichgewicht zwischen Sanftes Anfahren und ausreichendes Drehmoment.
Wie Sie den richtigen Sanftanlasser auswählen
Bevor Sie sich für ein Modell entscheiden, bedenken Sie:
- Nennstrom des Motors
- Lasttyp (leicht vs. schwer)
- Erforderliches Anlaufmoment
- Stromversorgungskapazität
Eine Unterdimensionierung kann zu Überhitzung führen, während eine Überdimensionierung unnötige Kosten verursacht.
Häufig zu vermeidende Fehler
- Spannung zu niedrig eingestellt → Motor läuft nicht an
- Nichtbeachtung der Trägheit der Last → unzureichendes Drehmoment
- Auswahl unterdimensionierter Geräte → Überhitzung
- Erwartete Energieeinsparungen im Normalbetrieb
Verlängern Sanftanlasser die Lebensdauer von Motoren?
Ja - vor allem in industriellen Umgebungen.
Durch Reduzierung:
- Thermische Belastung
- Mechanischer Schock
- Elektrische Überlastung
👉 Softstarter verbessern die Zuverlässigkeit des Systems und die Lebensdauer der Geräte erheblich.
FAQ
Nicht im Dauerbetrieb, aber es reduziert den Spitzenbedarf und die Systembelastung.
Am besten geeignet für Drehstrom-Asynchronmotoren, mit der richtigen Konfiguration.
Weil DOL:
Verursacht hohe Stromspitzen
Erhöhte Wartungskosten
Verkürzt die Lebensdauer der Geräte
Schlussfolgerung
Wie stark reduziert ein Softstarter den Anlaufstrom?
👉 Typisch 30% bis 70%, je nach Systemaufbau und Parametereinstellungen.
Noch wichtiger ist, dass es Ihnen hilft, etwas zu erreichen:
- Sanftes Anfahren des Motors
- Geringere elektrische und mechanische Belastung
- Längere Lebensdauer der Geräte
Sie sind sich noch nicht sicher, welche Stromreduzierung Sie benötigen?
Jeder Motor verhält sich beim Starten anders. Die Wahl des falschen Softstarters kann zu Fehlstarts, Überhitzung oder unnötigen Kosten führen.
Unsere Ingenieure können Ihnen helfen, den genauen Anlaufstrom zu berechnen und die beste Lösung zu empfehlen.
👉 Kontaktieren Sie uns jetzt für eine schnelle und kostenlose Beratung





